Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf, befinden sich in einem fremden Land und beherrschen die Sprache nicht: Wie kommunizieren Sie mit Ärzten, wie mit Lehrern und Behörden? Vor dieser Herausforderung stehen viele, die vor Krieg und politischer Verfolgung nach Deutschland flüchten.
Mona Keilhauer kennt dieses beklemmende Gefühl aus eigener Erfahrung. 1985 verließ sie Ihre Heimat, den Libanon, und fand in Deutschland Zuflucht. Damals herrschte Krieg im Nahen Osten und Mona sehnte sich nach einem Leben in Frieden.
„Es ist hart, in ein Land zu kommen, und die Sprache nicht zu beherrschen“, sagt sie. Die so erlebte Hilflosigkeit motivierte sie dazu, möglichst schnell Deutsch zu lernen. „Als ich vor rund 50 Jahren hier ankam, hatte ich das Glück, dass mein Bruder da schon zehn Jahre in Deutschland lebte“, beschreibt die 70-jährige die familiäre Unterstützung.
Heute unterstützt Mona vor allem arabischsprachige Menschen, die das gleiche Schicksal teilen. Sie begleitet diejenigen, die sich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht verständigen können, zu Ärzten, Behörden und Terminen mit Lehrern in die Schule. „Die Ärzte hier in Fulda behandeln keine Patienten, mit denen sie sich nicht auf Deutsch verständigen können. Das ist ein großes Problem“, erklärt Mona. Termine würden häufig erst dann vergeben, wenn sie zusichere, zu dolmetschen. Daneben werde Keilhauer immer dann aktiv, wenn sie rassistische Anfeindungen beobachtet. „Dann setze ich mich für die Menschen ein.“
Seit drei Jahren für die AWO im Einsatz
Für die AWO Fulda ist Mona seit rund drei Jahren ehrenamtlich aktiv. Ihr Engagement habe jedoch deutlich früher begonnen. „Ich habe bei der Tanner Diakonie gearbeitet und so erfahren, dass Familien im Tanner Ortsteil Dietgeshof untergebracht wurden, die Unterstützung bei der Integration benötigten.“ Das habe in ihr den Wunsch ausgelöst, helfen zu wollen. „Wenn die Leute nicht wussten oder wissen, was zu tun ist, war und bin ich da.“ Den Kontakt zu den Familien von damals pflege sie noch heute.
Das Ehrenamt prägt Monas Leben. Neben ihrer Tätigkeit als Dolmetscherin engagiert sie sich in Simmershausen (Gemeinde Hilders) im Sportverein, im Kindergartenverein und ist als Pfarrgemeinderätin aktiv. Die Dankbarkeit der Leute bestärke sie darin. „Ich bin nicht der Typ, der zu Hause sitzt und nichts tut. Solange ich fit bin, werde ich die Menschen weiterhin unterstützen.“
Für dieses Engagement wurde Mona im Dezember 2025 anlässlich des Tags des Ehrenamts vom AWO Kreisverband Fulda geehrt, worüber Osthessen-News berichtete.
So klappt’s mit dem Ehrenamt bei der AWO
Wollen auch Sie sich gesellschaftlich engagieren und Menschen in verschiedenen Lebenslagen unterstützen? Dann melden Sie sich gern bei Diana Helfrich. Gemeinsam mit Ihnen plant sie Ihren Start ins Ehrenamt beim AWO Kreisverband Fulda e. V. Sie erreichen Diana entweder telefonisch (0661 480045-10) oder per Mail ().
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