Fulda. 100 Nistkästen für die Autobahn GmbH, Außenstelle Fulda, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitsmarktprojekts „Lohn und Brot“ des AWO-Kreisverbandes Fulda e. V. gefertigt. Die Nistkästen werden künftig auf Autobahnparkplätzen und Rastanlagen, wie zum Beispiel an der A7 auf den Parkplätzen „Petersberg“ und „Geißhecke“, angebracht und sollen heimischen Meisen als Brutstätte dienen. Ziel ist es, den Eichenprozessionsspinner auf natürliche Weise einzudämmen und damit einen nachhaltigen Beitrag zum Umwelt- und Gesundheitsschutz zu leisten.
Hintergrund der Aktion ist der zunehmende Befall von Eichen entlang der Autobahnen durch den Eichenprozessionsspinner. Dessen Raupen schädigen nicht nur die Bäume, sondern stellen mit ihren feinen Brennhaaren auch eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Menschen dar. Die Haare können Hautreizungen, Atemwegsbeschwerden und allergische Reaktionen auslösen, was insbesondere an gut besuchten Rastplätzen ein Problem ist.
Bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners setzt die Autobahn GmbH zunehmend auf biologische und nachhaltige Maßnahmen. Chemische Verfahren sind nicht in jeder Situation die beste Lösung und können zudem andere Insektenarten beeinträchtigen. Das teilweise praktizierte Absaugen der Raupen erfordert einen hohen Personaleinsatz. Einen wichtigen natürlichen Beitrag leisten dagegen Meisen: Sie gehören zu den Feinden des Eichenprozessionsspinners und verfüttern insbesondere die jungen Raupen an ihren Nachwuchs. Zusätzliche Nisthilfen fördern die Ansiedlung der Vögel und unterstützen damit auf natürliche Weise die Eindämmung des Schädlings – ein gelungenes Beispiel für biologischen Pflanzenschutz und gelebte Artenvielfalt.
Die 100 Nistkästen entstanden in der Schreinerwerkstatt des Projekts unter fachlicher Anleitung erfahrener Ausbilder. Insgesamt sind derzeit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Arbeitsmarktprojekt „Lohn und Brot“ beschäftigt. Das Projekt besteht bereits seit mehr als 25 Jahren und bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren, praktische Fähigkeiten zu erwerben und neue Perspektiven für den Einstieg in das Arbeitsleben zu entwickeln. Das Projekt Lohn und Brot wird im Rahmen des Programms „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“ durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales und durch die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Unter der Leitung von Sozialpädagoginnen lernen die Teilnehmenden verschiedene Berufsfelder kennen. Neben der Holzwerkstatt gehören unter anderem eine Fahrradwerkstatt sowie Arbeitseinsätze im Wildpark zum vielfältigen Angebot. Begleitet werden sie dabei von qualifizierten Anleiterinnen und Anleitern aus unterschiedlichen handwerklichen und technischen Berufen, die ihr Fachwissen praxisnah weitergeben und die Teilnehmenden auf ihrem Weg begleiten.
„Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben in diesem Projekt, dass ihre Arbeit einen echten Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Sie fertigen nicht nur hochwertige Produkte an, sondern leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz. Genau diese Verbindung aus Qualifizierung, persönlicher Entwicklung und gesellschaftlichem Nutzen macht das Projekt ‚Lohn und Brot‘ seit vielen Jahren aus“, sagt Bereichsleitung Linda Kalb-Müller.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie soziale Arbeit, berufliche Qualifizierung und nachhaltiger Naturschutz Hand in Hand gehen können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben nicht nur praktische Fähigkeiten für ihren weiteren Berufsweg, sondern schaffen zugleich einen sichtbaren Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft. Der Auftrag der Autobahn GmbH, Außenstelle Fulda, macht deutlich, dass ökologische Verantwortung und soziale Teilhabe gemeinsam nachhaltige Lösungen hervorbringen können – ganz im Sinne eines Naturschutzes mit Herz und Hand.
75 YIL AWO Fulda










