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Mit dem Projekt „Lohn und Brot“ unterstützt die AWO Fulda junge Menschen bis 30 Jahre auf ihrem Weg in Ausbildung, Arbeit oder weiterführende Qualifizierungsangebote. Das Projekt richtet sich an besonders benachteiligte junge Erwachsene, die aufgrund ihrer individuellen Lebensgeschichte häufig mit mehreren Vermittlungshemmnissen belastet sind. Im Maßnahmezeitraum vom 01.01.2024 bis 31.12.2025 konnten insgesamt 70 Teilnehmende sozialpädagogisch begleitet, stabilisiert und bei der Entwicklung neuer beruflicher und persönlicher Perspektiven unterstützt werden.
Förderung und Finanzierung
Gefördert wird „Lohn und Brot“ durch das Förderangebot „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“. Die durch den Europäischen Sozialfonds bereitgestellten Mittel werden über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) verwaltet und für das Arbeitsmarktprojekt zur Verfügung gestellt, sowie einer Kofinanzierung über das Kommunale Kreisjobcenter.
Vielfältige Zugangswege ins Projekt
Der Zugang zum Projekt erfolgt auf unterschiedlichen Wegen: durch Zuweisungen des Kommunalen Kreisjobcenters, durch Selbstmeldungen aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit oder über Netzwerkpartner*innen.
Zielgruppe mit besonderen Herausforderungen
Die Lebenssituationen vieler Teilnehmender sind von komplexen Herausforderungen geprägt. Dazu gehören unter anderem fehlende Schulabschlüsse, psychische Belastungen, Suchterkrankungen, Schulden, unsichere Wohnsituationen, familiäre Konflikte oder Erfahrungen mit Maßrahmenabbrüchen. Einige junge Menschen hatten zuvor kaum noch tragfähige private oder institutionelle Anbindungen. Entsprechend wichtig waren im Projekt feste Strukturen, verlässliche Ansprechpersonen, ein niedrigschwelliger Zugang und flexible Ein- und Ausstiege.
Praxisnahes Lernen in Werkstatt, Natur und Sozialraum
Ein zentraler Bestandteil von „Lohn und Brot“ ist die Verbindung von praktischer Arbeit, fachtheoretischer Qualifizierung und intensiver sozialpädagogischer Begleitung. In den Arbeitsbereichen, unter anderem in der Holz- und Fahrradwerkstatt, erwerben die Teilnehmenden grundlegende handwerkliche Fähigkeiten. Dazu gehören der sichere Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, das Kennenlernen von Werkstattregeln, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Materialkunde sowie das Ausführen einfacher Arbeiten unter Anleitung. Weitere Einsatzorte sind der Wildpark Gersfeld und das Biosphärenreservat Rhön, in denen die Teilnehmenden in einem umwelt- und tiergestützten Rahmen ihre Kompetenzen entwickeln können. Die Qualifizierungsinhalte werden handlungsorientiert und mit einem geringen Theorieanteil vermittelt, damit Lernen unmittelbar erfahrbar wird.
Persönliche Stabilisierung, digitale Bildung und Demokratieverständnis
Neben der beruflichen Orientierung standen auch persönliche Stabilisierung, digitale Bildung und politische Bildung im Fokus. An Qualifizierungstagen beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Medienkompetenz, Fake News, Hatespeech und Cybermobbing. Fahrten zum Hessischen Landtag nach Wiesbaden, der Paulskirche in Frankfurt sowie zur Gedenkstätte Hadamar leisteten einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zur Auseinandersetzung mit demokratischen Werten. Auch digitale Kompetenzen wurden gezielt gefördert, beispielsweise durch den sachkundigen Umgang mit Endgeräten, die Nutzung von Informationssystemen zur Berufsorientierung und die kritische Bewertung von Inhalten aus dem Internet.
Praktika als Brücke in die Berufswelt
Praktika spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung realistischer beruflicher Perspektiven. Betriebsbesichtigungen und Exkursionen unterstützten die Interessenbildung. Die Teilnehmenden wurden bei Bewerbungen, beim Zusammenstellen von Unterlagen und bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche begleitet. Auf Wunsch erfolgte auch eine Begleitung am ersten Praktikumstag. Praktika fanden unter anderem in den Bereichen Baugewerbe, Handwerk, Dienstleistung, Handel und Verwaltung statt. Durch die praktische Erfahrung konnten die jungen Menschen ihre Fähigkeiten besser einschätzen, Berufswünsche überprüfen und neue Motivation entwickeln.
Konkrete Erfolge im Projektzeitraum
Die Ergebnisse des Projektzeitraums zeigen die Bedeutung dieser intensiven Begleitung: 8 Teilnehmende konnten in Arbeit vermittelt werden, 3 mündeten in Ausbildung ein und 9 wechselten in berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, eine weiterführende Schule, BÜA oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Bei 8 Teilnehmenden konnte eine ärztliche Behandlung, medizinische Rehabilitation, Tagesklinik, psychosomatische Behandlung oder Langzeittherapie initiiert werden. Darüber hinaus wurden viele weitere Unterstützungsangebote angestoßen, etwa Schuldnerberatung, Suchtberatung oder Hilfen bei Behördenangelegenheiten. 13 Teilnehmende wechselten in die Anschlussförderung. Insgesamt konnten beim Großteil der Teilnehmenden die allgemeine Beschäftigungsfähigkeit verbessert und weitere Erfolge (allgemeine Stabilisierung, Initiierung Schuldnerberatung, Suchtberatung, etc.) erzielt werden.
Erfolgsfaktoren: Vertrauen, Struktur und individuelle Begleitung
Der Erfolg von „Lohn und Brot“ liegt vor allem in der Kombination aus klarer Struktur und hoher Flexibilität. Ein familiäres Projektumfeld, individuelle Förderung, ein sozialräumlicher Ansatz, starke Netzwerkarbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglichen es den Teilnehmenden, Selbstvertrauen aufzubauen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. So konnte bei einem Großteil der jungen Menschen die Beschäftigungsfähigkeit verbessert und ein wichtiger Schritt in Richtung gesellschaftlicher und beruflicher Teilhabe erreicht werden.
75 سنة














