Der Krieg zwang Yurii zur Flucht. In Deutschland kämpfte er sich durch Sprache und Bürokratie – mit Unterstützung der AWO und dem klaren Ziel, zu studieren.
Yurii (Name geändert) war 14, als sein Leben eine unvorhergesehene Wendung nahm. Der Krieg in seiner Heimat zwang seine Mutter und ihn zur Flucht nach Deutschland. Bislang entschieden sich mehr als eine Million Ukrainer zu diesem Schritt. Heute lebt der mittlerweile 18-jährige, der aus einer ukrainischen Großstadt am Asowschen Meer stammt, mit seiner Tante und seinem Cousin in Fulda, einer Stadt die rund 2500 Kilometer von seiner Heimat entfernt ist. Seine Mutter kehrte in die Ukraine zurück.
„Ich habe die Ukraine im März 2022 verlassen. Deutschland habe ich als sehr ruhig, organisiert und gelassen wahrgenommen. Alles wirkte strukturiert, intelligent und nicht hektisch“, berichtet der 18-Jährige, der die 11. Klasse einer Fachoberschule mit der Fachrichtung Informatik besucht und künftig an einer Universität studieren will.
Wie die AWO Geflüchtete beim Umgang mit Bürokratie unterstützt
Yurii erinnert sich an die vielen „freundlichen Menschen, die Geflüchteten geholfen haben.“ Insbesondere seine Lehrer und Schulsozialarbeiter haben ihn unterstützt. „Schwierig war für mich der Einstieg in die deutsche Sprache“, sagt er. „Beim Deutschlernen hat mir besonders meine Lehrerin geholfen, die in meiner Nähe wohnte.“ Sie stamme ebenfalls aus der Ukraine, lebe aber schon seit vielen Jahren in Deutschland. Entscheidend für den Lernerfolg sei es gewesen, regelmäßig mit der Sprache in Berührung zu kommen, also sich mit Muttersprachlern auszutauschen.
Daneben stellte die Bürokratie eine Hürde für Yuriis Integration dar, weshalb sich seine Familie an die Migrationsberatung des AWO Kreisverbands Fulda e.V. wandte. Hier erklärten ihnen die Beraterinnen und Berater wichtige Behördenpost und unterstützen bei deren Beantwortung. Sie gaben Hilfestellung bei der Beantragung von Sozialleistungen, wie dem Kinder- und Wohngeld, dem Kinderzuschlag und Schüler-BAföG, und unterstützten bei der Suche nach Praktikums- und Arbeitsplätzen. So ist seine Tante mittlerweile berufstätig.
„Die AWO hat uns bei vielen bürokratischen und rechtlichen Fragen geholfen. Da das Sozialsystem in der Ukraine ganz anders organisiert ist als in Deutschland, wäre es ohne die Unterstützung der AWO fast unmöglich gewesen, wichtige Dinge zu regeln“, erklärt Yurii. Die Beratungen habe er stets als „hilfreich, angenehm und informativ“ empfunden.
Insbesondere Menschen, die neu nach Fulda kommen, empfiehlt er, sich bei Fragen der Integration Hilfe bei der AWO zu suchen. „Dort kann man verschiedene Anliegen klären und sich umfassend von Fachkräften beraten lassen.“
Ihr Weg zur Migrationsberatung
Verzweifeln auch Sie an der deutschen Bürokratie, haben Fragen zum Leben in Deutschland oder fühlen sich mit den Herausforderungen des Alltags hierzulande überfordert? Dann wenden Sie sich gern kostenlos an die Beraterinnen und Berater des AWO Kreisverbands Fulda. Wir unterstützen Sie gern, bei Ihrem Start in Deutschland.
Foto: Symbolbild eines Jugendlichen, der in die Ferne blickt. / Pexels.com
75 سنة









