{"id":32306,"date":"2021-07-11T16:50:15","date_gmt":"2021-07-11T14:50:15","guid":{"rendered":"https:\/\/awo-fulda.de\/?p=32306"},"modified":"2021-07-27T14:58:01","modified_gmt":"2021-07-27T12:58:01","slug":"blaue-bank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/2021\/07\/11\/blaue-bank\/","title":{"rendered":"\u201eBlaue Bank\u201c &#8211; W\u00fcrdigung von Erna Hosemann durch Soroptimist International Club Fulda"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"lp_is_start\">Bislang waren es acht &#8220;Blaue B\u00e4nke&#8221;, die in Fulda zum Verweilen und zum Gedenken an besondere Frauen einladen. Am Samstagvormittag haben die Frauen des <a href=\"https:\/\/clubfulda.soroptimist.de\/h\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Soroptimist International (SI) Club Fulda<\/a> die neunte eingeweiht. <strong>&#8220;<\/strong>Politisch, sozial, aktiv&#8221; \u2013 mit diesen Worten beschreiben sie das Leben und Wirken von <a href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/2021\/03\/16\/station-1-wohnhaus-hosemann-geschaeftsstelle-1960-68\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erna Hosemann<\/a>, der Gr\u00fcnderin der AWO in Fulda.<\/span><\/p>\r\n<p>Von der Einweihung berichten <a href=\"https:\/\/www.osthessen-zeitung.de\/einzelansicht\/news\/2021\/juli\/blaue-bank-fuer-erna-hosemann-si-club-fulda-ehrt-engagement.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Osthessen-Zeitung<\/a> und Osthessen-News (<a href=\"https:\/\/osthessen-news.de\/n11649044\/auf-der-kaisersaalterrasse-eine-hommage-an-erna-hosemann.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1. Bericht<\/a>, <a href=\"https:\/\/osthessen-news.de\/n11650183\/si-club-weiht-ein-blaue-bank-zu-ehren-von-erna-hosemann.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2. Bericht<\/a>) sowie <a href=\"https:\/\/www.fuldainfo.de\/vermaechtnis-an-erna-hosemann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fuldainfo<\/a>.<\/p>\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\r\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\r\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\r\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"wp-image-32325\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4-640x427.jpg\" alt=\"\" data-id=\"32325\" data-full-url=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4.jpg\" data-link=\"https:\/\/awo-fulda.de\/blauebank4\/\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4-640x427.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4-480x320.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4-768x512.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank4-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\r\n<\/li>\r\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\r\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"wp-image-32322\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1-640x427.jpg\" alt=\"\" data-id=\"32322\" data-full-url=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1.jpg\" data-link=\"https:\/\/awo-fulda.de\/blauebank1\/\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1-640x427.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1-480x320.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1-768x512.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank1-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\r\n<\/li>\r\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\r\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"wp-image-32323\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2-640x427.jpg\" alt=\"\" data-id=\"32323\" data-full-url=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2.jpg\" data-link=\"https:\/\/awo-fulda.de\/blauebank2\/\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2-640x427.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2-480x320.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2-768x512.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank2-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Silvia Hillenbrand (SPD, ehemalige Landtagsabgeordnete und B\u00fcrgermeisterin) w\u00fcrdigte Erna Hosemann in ihrer Rede, die nachfolgend wiedergegeben wird:<\/strong><\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&#8220;Frau Pr\u00e4sidentin, liebe Soroptimistinnen, liebe G\u00e4ste<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Erna Hosemann (1894 \u2013 1974)<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>denken wir uns eine Stra\u00dfenbefragung: \u201eWer war Erna Hosemann?\u201c Ich glaube, viele Menschen wissen es nicht. Mein Versuch in den letzten Tagen dazu, st\u00e4rkt mein Gef\u00fchl. W\u00fcrden wir aber nach dem Erna-Hosemann-Haus fragen, dann k\u00e4me sicher oft der Satz \u201eDas ist das AWO-Heim in Ziehers Nord\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Damit ist immer noch nicht gesagt, dass die Menschen heute wissen, wer Erna Hosemann war.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und deshalb ist es gut, dass durch das Bankprojekt von Ihnen, den Soroptimistinnen, eine Frau ins Bewusstsein ger\u00fcckt wird, die m. M. nach genau zu den starken Frauen unserer Region z\u00e4hlt, denen wir unsere heutige gesellschaftliche und politische Position verdanken. Sie war ganz sicher ein gro\u00dfer Baustein in der regionalen Frauenbewegung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich habe, Frau Pr\u00e4sidentin, Ihren Schwerpunkt in ihrer Pr\u00e4sidentenzeit gelesen: \u201eFrauen -Klima-Wandel\u201c = <u>Klima wandelt Frauen =\u00a0 Frauen wandeln<\/u> <u>Klima:<\/u>\u00a0 ein wunderbares Wortspiel.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ja, Erna Hosemann war eine solche Frau. Nat\u00fcrlich wurde sie durch das damalige politische \u00a0und gesellschaftliche Klima sozialisiert. Und eben dieses Klima machte sie zu einer selbstbewussten, wachen Frau, die sich ihrer Aufgabe als Frau nicht nur bewusst wurde, sondern daraus ihre pers\u00f6nliche Verpflichtung ableitete, als Frau wiederum das Klima gesellschaftspolitisch zu wandeln. Klima wandelt Frauen = Frauen wandeln Klima.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch heute noch eine immer w\u00e4hrende Aufgabe f\u00fcr uns Frauen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Ihre Biografie:<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>geboren an Silvester in 1894 in Berlin &#8211; \u00e4rmliches Elternhaus. Aber sie durfte schon einen Beruf erlernen, die Buchbinderei. Wichtig waren ihre Vorbilder, Ihre Eltern, die ihr ein politische und soziale Leben vorlebten \u2013 das musste unweigerlich zu \u00e4hnlichen Auffassungen und Handlungen f\u00fchren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Einen kleinen Exkurs zu ihrer Mutter, Emma D\u00f6ltz (Erna Hosemann, geb. D\u00f6ltz). Sie engagierte sich schon 1890 in der Frauenbewegung. Erw\u00e4hnenswert ist ihre literarisches Talent. Sie wird als Arbeiterdichterin beschrieben. Viele Gedichte und Artikel von ihr wurden u.a. in der Zeitschrift \u201eDie Gleichheit\u201c ver\u00f6ffentlicht, die von Clara Zetkin geleitet wurde. <em>(Frauenrechtlerin und pr\u00e4gende Initiatorin des Intern. Frauentages)<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Aus einem ihrer Gedichte mit dem Titel: \u201eWir rufen Euch!\u201c m\u00f6chte ich zitieren. Es enth\u00e4lt einen deutlichen Aufruf an Frauen, sich politisch zu bet\u00e4tigen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auszug:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>\u201emit uns\u00b4rem geknechteten, harten Los<\/em><\/strong><br \/><strong><em>Bezahlen die Herr\u00b4n ihre Schulden.<\/em><\/strong><br \/><strong><em>Wir ziehen dem Staate die Kinder gro\u00df<\/em><\/strong><br \/><strong><em>Und sollen doch schweigen und dulden.<\/em><\/strong><br \/><strong><em>Wir schaffen mit flinken H\u00e4nden die Pracht,<\/em><\/strong><br \/><strong><em>mit dem sich die Reichen umgeben.<\/em><\/strong><br \/><strong><em>Nun wollen wir aus des Elends Nacht<\/em><\/strong><br \/><strong><em>Uns\u00b4re fordernde Stimme erheben.<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ist es bei einer solchen Mutter verwunderlich, dass die Tochter Erna D\u00f6ltz, dem Beispiel der Mutter folgte und mit 19 Jahren ebenfalls in die SPD eintrat (1913) und sich gleichzeitig am Aufbau der AWO in Berlin beteiligte? Sie heiratete Fritz Hosemann, auch er ein Sozialdemokrat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ab 1933 konnten beide ihr ehrenamtliches Engagement nicht mehr aus\u00fcben, da die NSDAP jegliche T\u00e4tigkeiten der AWO beendete und auch die SPD wurde verboten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir sehen Erna Hosemann ab 1945 in Fulda. Sie kam hierher, weil ihr im Krieg verwundeter Sohn in Fulda im Lazarett lag. Als sp\u00e4ter ihr Mann nachzog, gr\u00fcndeten die beiden den SPD-Ortsverband und ein Jahr sp\u00e4ter 1946 die AWO f\u00fcr Stadt und LK FD, die es vor dem Nationalsozialismus hier nicht gab. Sie blieb 27 Jahre lang die Vorsitzende und hat gerade hier viele Akzente gesetzt. (bis 1973) Frau D\u00f6ppner wird sicher darauf eingehen. Wir wissen, dass sie immer ein besonderes Augenmerk auf die armen und schutzbed\u00fcrftigen Menschen hatte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In 1948 zog Erna Hosemann als eine der ersten Frauen ins Fuldaer Stadtparlament ein. Sie war die einzige Frau der 8-k\u00f6pfigen SPD-Fraktion und blieb in der STVV bis 1964, also 16 Jahre und hat zwei OBs erlebt, Cuno Raabe und Alfred Dregger. Und sie war sachkundige B\u00fcrgerin \u00a0im B\u00fcrgerrat, der 1945 in der Stadt FD gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach ihrer SVV \u2013 \u00c4ra war sie weiterhin sachkundige B\u00fcrgerin in Aussch\u00fcssen, die sich \u00fcberwiegend mit soz. Themen besch\u00e4ftigten, also alles \u00a0klassische Frauenthemen und sicher nicht einfach als sozialdemokratische Frau in diesem konservativen Klima. Ich denke, sie muss\u00a0 mutig gewesen sein. Ihr hohes Ansehen hat sie sich sicher durch ihr selbstloses soziales Engagement erworben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Vielleicht kam ihre Anerkennung gerade hier in der CDU-Hochburg auch dadurch, dass\u00a0 sie dem \u00fcberparteilichen Frauenkreis FD angeh\u00f6rte, ebenso wie dem entsprechenden Dachverband, \u201eFrauen-Verband-Hessen\u201c, und das \u00fcber viele Jahre. Dieser Frauenkreis, bzw. der Frauen-Verband-Hessen ist gleichzusetzen mit den Frauenaussch\u00fcssen, die sich als Basisorganisation f\u00fcr Fraueninteressen in den einzelnen Sektoren gegr\u00fcndet hatten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Durch ihrer Mitgliedschaft in diesem Verband ist auch anzunehmen, dass Erna Hosemann sich vielen Sozialdemokraten widersetzte, denn eigentlich lehnten diese die \u00fcberparteiliche Verbindung ab. Ich schlie\u00dfe daraus, dass Erna Hosemann ganz klare Priorit\u00e4ten setzte, wenn es um frauenpolitische Themen ging.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>An dieser Stelle erlaube ich mir eine Parallele zu ziehen zu einer ihrer ehemaligen Pr\u00e4sidentin, Hildegard Hast. Sie hatte nat\u00fcrlich als Frauenbeauftragte die Aufgabe Frauen zusammenzuf\u00fchren ohne Parteipolitik zu demonstrieren. Das war nicht immer allen recht, hatte aber Erfolg. So mag es Erna Hosemann vielleicht auch gegangen sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich glaube, sie lebte ihre festen Ziele, wobei mit Sicherheit ihr frauenpolitisches Verst\u00e4ndnis nach Gleichberechtigung der Ma\u00dfstab aller Dinge gewesen sein kann. Mit Sicherheit brauchte sie Durchhalte- und Durchsetzungsverm\u00f6gen. Denn f\u00fcr Erna Hosemann war klar, der demokratische Aufbau war ohne\u00a0 Teilhabe und Mitwirkung der Frauen in allen relevanten gesellschaftlichen Prozessen undenkbar. Deshalb war f\u00fcr sie immer klar, dass sie selber politischer Verantwortung \u00fcbernehmen musste.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wenn man den Bericht ihrer Schwiegertochter liest, (Homepage der AWO) zeichnet sich mir ein Frauenbild ab, welches ganz stark mit der Frauenrolle verbunden ist. (Aufz\u00e4hlen von Aktivit\u00e4ten bei der AWO, vom N\u00e4hen \u00fcber\u2026 bis hin zur\u2026)\u00a0 Und das macht sie f\u00fcr mich zu einer besonderen Frau.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Da entsteht vor meinem Auge eine Frau, die den Spagat zwischen Weiblichkeit und handfeste Politikerin beherrschte. Keine Emanze alias Alice Schwarzer, keine karrieres\u00fcchtige Politikerin, sondern eine Frau, die sehr geschickt mit der konservativen M\u00e4nnerwelt in der Region umgehen konnte, mit aller Hartn\u00e4ckigkeit und die trotzdem ihre weiblichen Talente lebte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und ich habe mich gefragt, was w\u00fcrde sie zur derzeitigen Genderdebatte sagen?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>W\u00fcrde sie gendern? Mit Sternchen, mit Doppelpunkt, mit Binnen-I oder mit Unterstrich?<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wir wissen es nicht und werden es nie erfahren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es gibt einen Pressebericht der Fuldaer-Volks-Zeitung von einem Diskussionabend des Frauenkreises. Wir sind in 1949 und ein Dr. Kohl h\u00e4lt einen Vortrag zu den Aufgaben innerhalb der Verwaltungen. Die Zeitung spricht von einem belehrenden Vortrag. Ich zitiere:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>\u201eStadtverordnete Erna Hosemann erl\u00e4utert in anschaulicher Weise dieses Thema aus ihrer eigenen Praxis und machte an kleinen Beispielen klar, wie notwendig die ausgleichende Wirkung einer Frau in der Verwaltung gebraucht wird und wie gering im Verh\u00e4ltnis zu ihrer Zahl die Aktivit\u00e4t der Frauen zu deren eigenem Nachteil sei\u201c<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Klar f\u00fcr uns und f\u00fcr Erna Hosemann damals schon: Frauen m\u00fcssen in der Politik wie in der Verwaltung ausreichend vertreten sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Dass sie in Frauenkreisen anerkannt war, zeigt die Frauenkonferenz vom 19. \u2013 21.10.1951 in Fulda, wo wir sie am Vorstandstisch zusammen mit Elisabeth Selbert sitzen sehen. Ich selber bin eine Verehrerin von <strong>E. Selbert<\/strong>, die ich noch pers\u00f6nlich gekannt habe. Der gro\u00dfen alten Dame der Sozialdemokratinnen aus Kassel\u00a0 erreichte mit anderen M\u00fcttern des GG, dass im <strong>Art. 3 Abs. 2 GG<\/strong> steht <strong>&#8220;M\u00e4nner und Frauen sind gleichberechtigt<\/strong>&#8220;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte Erna Hosemann auch noch gekannt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Zur\u00fcck zur Frauenkonferenz: neben Erna Hosemann und Elisabeth Selbert ist als Teilnehmerin Maria Juchacz zu nennen, die Gr\u00fcnderin der AWO in 1919. Und die erste weibliche Rednerin im deutschen Parlament. Ich denke mir, das war f\u00fcr Fulda eine gro\u00dfe Sache.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die FVZ berichtete viel Interessantes aus der Konferenz und ich will zitieren aus dem Referat von Elisabeth Selbert:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>Die Gleichstellung der Frau sei keine eigentliche Frauen- sondern eine Menschheitsfrage, deren sich die sozialdemokratischen Frauen in ihrem Kampf gegen Unterdr\u00fcckung und geistige Unfreiheit angenommen haben. W\u00f6rtlich: \u201eDie politische Reaktion ist am Werk, und bei aller Loyalit\u00e4t in staatspolitischen Dingen m\u00f6chte ein gewisser politisch-militanter Teil der Kirche das Rad der Zeit zur\u00fcckdrehen. Mutige, junge Kritiker r\u00fccken jedoch davon ab, bestimmte Formen des Patriarchats beizubehalten. Es gilt die klerikal gebundene Frauenwelt zu mobilisieren, um den Kampf gegen R\u00fcckschritt und Muckertum aufzunehmen.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Interessant ist auch, dass es Briefwechsel zwischen Erna Hosemann und Marie Juchacz\u00a0 aus 1955 gegeben hat, in dem \u00fcber eine Buchver\u00f6ffentlichung gesprochen wird und \u00fcber die zu verwendenden Fotos.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und einen Brief von Marie Juchacz, den sie in 1948 aus ihrem Exil in New York an die Mutter von Erna Hosemann geschrieben hat:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong><em>\u00a0\u201eWenn ich an meine Heimat denke, wird es mir ein wenig weh ums Herz, besonders deshalb, weil hier in diesem Land ein fast vollkommener Mangel an einer Arbeiterbewegung herrscht, wie wir es zu haben gewohnt sind. Und die Briefe und Zeitungen, die mir zugehen, zeigen doch deutlich, dass bei aller Not und Begleitumst\u00e4nden dieser Not, der geistige Zusammenhalt durch einen sozialistischen Willen und ein Ziel vorhanden ist. Das ist es, was mir die Heimat und die Kameradschaft mit bestimmten Menschen in der Heimat so teuer macht.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass die von mir heute genannten Frauen sich in schweren Zeiten gegenseitig brauchten und st\u00fctzten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Erna Hosemann, die bedeutende Frau f\u00fcr unsere Stadt und LK, aber auch dar\u00fcber hinaus, war in ihre Arbeit anerkannt. Sie wurde vielfach geehrt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n<li>1965 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und als Stadt\u00e4lteste von FD<\/li>\r\n<li>1970 Goldene Ehrennadel der AWO<\/li>\r\n<li>1973 Ehrenbrief des Landes Hessen und Ehrenvorsitzende der AWO in FD.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>1955 zog E. H. nach Langen\u00a0 bei Ffm, wo sie ebenfalls in ihren Bereichen t\u00e4tig war und wo sie 1974 verstarb.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Als H\u00f6hepunkt ihrer sozialen Arbeit in FD wird das Erna Hosemann Haus in Ziehers Nord beschrieben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es ist gut, dass sie heute von den SoroptimistinnenI geehrte wird.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Und es ist gut, uns zu erinnern, dass Frauen vor uns dagewesen sind, die Pfade ausgetreten haben, die Trittsteine gelegt haben, die mit Durchhalte- \u00a0und Durchsetzungsverm\u00f6gen Ziele, die sie f\u00fcr sich und andere Frauen f\u00fcr wichtig gehalten haben, verfolgt haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mit einer blauen Bank der Soroptimistinnen wird nun in Fulda eine weitere Frau geehrte. Dar\u00fcber bin ich sehr froh. Und ich bedanke mich, dass ich sie hier und heute in Erinnerung rufen durfte. Danke!!!&#8221;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\r\n<ul class=\"blocks-gallery-grid\">\r\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\r\n<figure><a href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"wp-image-32324\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3-640x427.jpg\" alt=\"\" data-id=\"32324\" data-full-url=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3.jpg\" data-link=\"https:\/\/awo-fulda.de\/blauebank3\/\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3-640x427.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3-480x320.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3-768x512.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blauebank3.jpg 1990w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\r\n<\/li>\r\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\r\n<figure><a href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"wp-image-32334\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-640x480.jpg\" alt=\"\" data-id=\"32334\" data-full-url=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/awo-fulda.de\/img_2199\/\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-640x480.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-480x360.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-768x576.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_2199-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\r\n<\/li>\r\n<li class=\"blocks-gallery-item\">\r\n<figure><a href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"wp-image-32313\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-640x427.jpg\" alt=\"\" data-id=\"32313\" data-full-url=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-scaled.jpg\" data-link=\"https:\/\/awo-fulda.de\/2021\/07\/11\/blaue-bank\/blaue-bank-hosemann\/\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-640x427.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-480x320.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-768x512.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/blaue-bank-hosemann-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/figure>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Collette D\u00f6ppner, stellvertretende Vorsitzende des AWO Kreisverbandes Fulda, ging in ihrer Rede auf das Leben Erna Horsemanns ein:<\/strong><\/h4>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Oscar Wilde hat mal gesagt: \u201cWer nicht die Frauen hinter sich hat, bringt es in der Welt zu keinem Erfolg.\u201d<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Meine Damen und Herren, liebe AWO-Freunde,<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>ich m\u00f6chte heute eine Frau ehren, die die Arbeiterwohlfahrt Fulda nicht nur gegr\u00fcndet hat, sondern auch eine Art Seele mit hereingebracht hat.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mitte M\u00e4rz 1945 kam Erna Hosemann nach Fulda, um in der N\u00e4he ihres Sohns Erwin zu sein, der dort schwer kriegsverwundet im Lazarett lag. Sie wohnte in der Stadt als Untermieterin. Nach eigenen Angaben wurde sie vom Kriegsende \u00fcberrascht und entschied sich aus politischen und famili\u00e4ren Gr\u00fcnden, in Fulda zu bleiben &#8211; was meiner Meinung nach ein gro\u00dfes Gl\u00fcck f\u00fcr Fulda war!<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Grund: Ihr Siedlungshaus in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Berlin-Mahlsdorf\">Berlin-Mahlsdorf<\/a> lag im sowjetisch besetzten Teil und war nach Kriegsende gepl\u00fcndert worden. Am 4. Juni 1945 kam auch ihr aus der Wehrmacht entlassener Ehemann nach Fulda.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>1946 gr\u00fcndeten beide Erna und Franz Hosemann die Arbeiterwohlfahrt (AWO) f\u00fcr die Stadt und den Landkreis Fulda. Erschwert wurde dies dadurch, dass es eine Neugr\u00fcndung war, weil es den Verband auch vor der Zeit des Nationalsozialismus in Fulda noch nicht gegeben hatte. Erna Hosemann wurde Gr\u00fcndungsvorsitzende und blieb erste Vorsitzende f\u00fcr die n\u00e4chsten 27 Jahre. Sie zog in diesem Jahr in das Haus in der Von-Schildeck-Stra\u00dfe in Fulda, in dem sich auch die Gesch\u00e4ftsstelle der Arbeiterwohlfahrt befand.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es gab im Jahr 1946 viele Fl\u00fcchtlinge und obdachlose Menschen. Am Bahnhof kamen in diesem Jahr 49 Z\u00fcge mit insgesamt fast 60.000 Vertriebenen an, die in Hessen eine neue Heimat suchten. Die Stadt Fulda hatte pl\u00f6tzlich doppelt so viele Einwohner. Die AWO half mit der Verteilung von Essen und Kleidung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In Kenia, wo ich herkomme, gibt es ein Sprichwort das sagt: \u201eAkufaaye kwa dhiki ndiye rafiki\u201c &#8211; \u00fcbersetzt: \u201eDerjenige, der in Not f\u00fcr dich da ist, ist der wahre Freund.\u201c Erna Hosemann war genau da, in der Zeit wo viele Menschen nach dem Krieg in Not waren. Sie hat mit der Gr\u00fcndung von AWO in dieser Zeit der Not den Kerngedanken und das Herz f\u00fcr die AWO etabliert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Damit Sie sich vorstellen k\u00f6nnen, was die Erna Hosemann auf die Beine gestellt hat, werde ich Ihnen ein paar T\u00e4tigkeitsfelder von damals und heute erl\u00e4utern.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Erste T\u00e4tigkeiten der AWO waren die Einrichtung von N\u00e4hstuben, Sammlungen f\u00fcr Bed\u00fcrftige und die Verteilung von CARE-Paketen sowie die Durchf\u00fchrung von Schulspeisungen. In den engen und kleinen R\u00e4umen des B\u00fcros in der Rittergasse ging die Arbeit 1946 los. W\u00f6chentlich trafen sich circa 10 Frauen. Sie n\u00e4hten Kleidungsst\u00fccke, vor allem f\u00fcr Kinder, und sortierten die Kleiderspenden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine schwierige Aufgabe f\u00fcr die amerikanische Besatzungsmacht war, die Versorgung und Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung sicher zu stellen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Frauen der AWO waren zur Unterst\u00fctzung bereit. In der Rittergasse f\u00fcllten sie aus gro\u00dfen Tonnen Milch- und Eipulver ins T\u00fcten ab, die gewogen und ausgegeben wurden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch f\u00fcr die Verteilung der CARE-Pakete waren sie zust\u00e4ndig. Hierin befanden sich zur gro\u00dfen Freude neben Grundnahrungsmitteln auch jahrelang entbehrte Gen\u00fcsse wie Bohnenkaffee oder Schokolade. Bis nach der W\u00e4hrungsreform 1948 gab es nichts dergleichen auf dem freien Markt zu kaufen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Von der amerikanischen Milit\u00e4rregierung wurde nach dem Krieg an allen Schulen f\u00fcr die Kinder eine Schulspeisung eingef\u00fchrt, weil in den Familien extremer Hunger herrschte. Die AWO \u00fcbernahm diese Aufgabe f\u00fcr die Heinrich-von-Bibra-Schule.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Alle Kinder mussten einen Topf und Besteck mitbringen und in der Pause darauf warten, eine Kelle Suppe aus den gro\u00dfen T\u00f6pfen zu bekommen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Es fehlten Hefte, B\u00fccher, Tafeln und Lehrer. Oft sa\u00dfen 60 Kinder in einer Klasse. Sie hatten kalte F\u00fc\u00dfe wegen der schlechten Schuhe. F\u00fcr den Ofen musste Heizmaterial von zuhause mitgebracht werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Leute sprachen vom \u201eHungerwinter\u201c. Er war extrem kalt, viele Obdachlose sind verhungert und erfroren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>1965 wurde auf Initiative von Erna Hosemann das Alten- und Pflegeheim im Fuldaer Stadtteil Ziehers-Nord er\u00f6ffnet. Dieses bot seit 1969 auch einen \u201efahrbaren Mittagstisch\u201c an. Aufgrund ihrer Initiative und ihres Engagements ist es der Arbeiterwohlfahrt m\u00f6glich gewesen, den Bau des Altenheimes zu verwirklichen. Das Altenzentrum wurde am 19 Mai 1988 nach ihr benannt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Als ihr Mann Franz 1960 starb, wurde ihre Wohnung einschlie\u00dflich Wohnzimmer zum AWO-B\u00fcro.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Lebens- und Sozialberatung waren wichtig f\u00fcr die Arbeiterwohlfahrt. Schon 1947 wurden Kinder an den Edersee zur Erholung gebracht. F\u00fcr Frauen wurden im Sommer Aufenthalte im Erholungsheim bei V\u00f6hl organisiert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein Sprichwort aus dem Sudan sagt: \u201eWie gro\u00df ein Auge sein mag &#8211; zwei sind besser.\u201c Deswegen zog die Schwester von Erna Hosemann zu ihr, um sie zu unterst\u00fctzen. Deshalb mussten sie 1970 in die Schildeckstra\u00dfe 12 umziehen, in das ehemalige Wohnhaus des j\u00fcdischen Rabbiners.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Alten-, Familien- und Sozialberatung sowie Hilfe bei Beh\u00f6rden und die Erholungsf\u00fcrsorge wurden weiterhin angeboten. Zun\u00e4chst aber befanden sich nur N\u00e4hstube, B\u00fcro und Sitzungsraum dort.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Jahr 1981 konnten zus\u00e4tzliche R\u00e4ume angemietet werden, so dass Platz f\u00fcr die Schulaufgabenhilfe und Ausl\u00e4nderbetreuung war.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Geselligkeit spielte schon immer eine gro\u00dfe Rolle. Nachdem es den Deutschen Anfang der 50er Jahre wieder besser ging, kehrte auch die Lebensfreude wieder zur\u00fcck.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Mitglieder der AWO trafen sich zu Sommer-, Weihnachts- und Fastnachtsfeiern. Viele Busfahrten und Ausfl\u00fcge wurden gemeinsam unternommen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Diese Tradition ist bis heute erhalten geblieben. Inzwischen gibt es sogar Feste in unterschiedlichen Stadtteilen, ein M\u00e4rchenfestival in der Innenstadt und das j\u00e4hrliche Dinner-in-Wei\u00df in der Fulda-Aue.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>1973 trat Erna Hosemann aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden vom Amt der 1. Vorsitzenden zur\u00fcck.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><em>Jetzt in der heutigen Zeit\u2026.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch 2015 haben wir uns als AWO um die Gefl\u00fcchteten gek\u00fcmmert- genau wie damals wie es Erna Hosemann getan hat. Wohnheime und soziale Betreuung wurden organisiert. Die meisten haben inzwischen eine eigene Wohnung. Ehrenamtliche haben Patenschaften \u00fcbernommen, die bei der Eingliederung helfen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Also man sieht, dass der Samen, den Erna Hosemann damals ges\u00e4t hat, heute noch wunderbare Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Sie hat es immer geschafft, Menschen in Bewegung zu bringen um anderen Menschen in Not zum helfen &#8211; angefangen von ihrem Mann, den Frauen am Anfang in den N\u00e4hst\u00fcben, &#8230;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Hier sind ein paar Worte, die benutzet wurden, Erna Hosemann zu beschreiben:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eEin Vorbild f\u00fcr viele Frauen\u201c. in der Fuldaer Zeitung von 2.1.1970<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eErna Hosemann- Erinnerung an eine sozial engagierte Frau\u201c, in der Fuldaer Zeitung von 2.1.1970<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eHohe Ehrung f\u00fcr Erna Hosemann\u201c, in Fuldaer Zeitung von 6.5.1965<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eIhr Herz schl\u00e4gt f\u00fcr die Armen\u201c, in Fuldaer Zeitung von 2.1.1965<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eUnerm\u00fcdlicher Einsatz f\u00fcr die Bed\u00fcrftigen MITMENSCHEN\u201c, in Fuldaer Zeitung von 20.5.1974<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am Ende m\u00f6chte ich Ihnen noch ein Sprichwort aus S\u00fcdafrika mitgeben, das meiner Meinung nach zeigt, was die AWO und das, was Erna Hosemann gegr\u00fcndet hat, ist. Es sagt:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>\u201eGehe ich vor dir, dann wei\u00df ich nicht, ob ich dich auf den richtigen Weg bringe.<br \/>Gehts du vor mir, dann wei\u00df ich nicht, ob du mich auf den richtigen Weg bringst.<br \/>Gehe ich neben dir, werden wir gemeinsam den richtigen Weg finden.\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Vielen Dank!<\/p>\r\n\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bislang waren es acht &#8220;Blaue B\u00e4nke&#8221;, die in Fulda zum Verweilen und zum Gedenken an besondere Frauen einladen. 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