{"id":28012,"date":"2021-03-27T16:16:09","date_gmt":"2021-03-27T15:16:09","guid":{"rendered":"https:\/\/awo-fulda.de\/?p=28012"},"modified":"2022-04-07T13:09:55","modified_gmt":"2022-04-07T11:09:55","slug":"hanne-sader-erzaehlt-von-hausaufgabenhilfe-und-seniorenkreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/2021\/03\/27\/hanne-sader-erzaehlt-von-hausaufgabenhilfe-und-seniorenkreis\/","title":{"rendered":"Hanne Sader erz\u00e4hlt von Hausaufgabenhilfe und Seniorenkreis"},"content":{"rendered":"<table style=\"border-collapse: collapse; width: 98.3441%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 25.4895%;\">\n<h3><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"1611\" data-large_image_height=\"2036\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-27921\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader.jpg\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader.jpg 1611w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader-380x480.jpg 380w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader-506x640.jpg 506w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader-768x971.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Hanne-Sader-1215x1536.jpg 1215w\" sizes=\"auto, (max-width: 334px) 100vw, 334px\" \/><\/a><\/h3>\n<\/td>\n<td style=\"width: 1.79482%;\"><\/td>\n<td style=\"width: 88.6571%;\">\n<h3>Hanne Sader kam 1994 mit ihrem Mann nach Fulda, das sie sich als Alternssitz erkoren hatten.<\/h3>\n<h3>Sie kannten zun\u00e4chst Niemanden, so dass sie die F\u00fchler ausstreckten, um wie sie es sagte &#8220;in der neuen Heimat heimisch zu werden&#8221;.<\/h3>\n<h3>In ihrem Bericht schildert sie insbesondere die Arbeit mit der Seniorengruppe am Aschenberg, so dass wir ihn hier zweigeteilt pr\u00e4sentieren.<\/h3>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4>TEIL 1:<br \/>\nHausaufgabenhilfe, Gesch\u00e4ftsstelle, Soziale Stadt, Vorstand<\/h4>\n<p>Ich ging zun\u00e4chst zu der kleinen, sympathischen Gruppe der SPD-Frauen. In diesem Rahmen machten wir einen Besuch bei der AWO. In gem\u00fctlicher Runde sa\u00dfen wir bei der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Edith Becker in den R\u00e4umen in der Von-Schildeck-Stra\u00dfe. Sie erz\u00e4hlte uns von den verschiedenen Aktivit\u00e4ten und warb um Ehrenamtliche. Das tat sie in so gewinnender Weise (&#8220;Wir sind eine gro\u00dfe Familie&#8221;), dass ich mich sofort angesprochen f\u00fchlte. Und ich wurde nicht entt\u00e4uscht. Hier fand ich viele interessante, liebe und t\u00fcchtige Menschen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst arbeitete ich bei der Hausaufgabenhilfe, die die Berlinerin Inge Hesse ins Leben gerufen hatte, zusammen mit Martha Kr\u00e4mer und Ashraf Abedini. Wir betreuten sechs bis acht Migrantenkinder, halfen ihnen bei den Hausaufgaben und spielten hinterher zur Belohnung &#8220;Stadt, Land, Fluss&#8221;. Sie lernten das Nikolausfest, Weihnachten und Ostern kennen, und an Fastnacht a\u00dfen wir zusammen Kr\u00e4ppel und machten Spiele.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsleitung, Arbeitsr\u00e4ume der Mitarbeiter, alles war beengt unter einem Dach, und Edith, die Seele vom Ganzen, war immer zu sehen und zu sprechen. Das lief gut bis zum Umzug in die Langebr\u00fcckenstra\u00dfe. Da war den Kindern offensichtlich der Weg zu weit, wir warteten vergeblich auf unsere Sch\u00fctzlinge. Ich bat um andere Arbeit. Die Seniorengruppe, geleitet von Emmi Weber und Maria Schermer, konnte Unterst\u00fctzung gebrauchen. So schenkte ich jede Woche Kaffee aus und lernte nebenbei Senioren, ihre Interessen und Verhaltensweisen kennen. Damals geh\u00f6rte ich selbst noch nicht so ganz dazu.<\/p>\n<p>Im Jahr 2001 wurde im Rahmen der Sozialen Stadterneuerung jemand gesucht, der auf dem Aschenberg die ehemalige Seniorengruppe von Frau Unverzagt wiederbeleben will. Als Edith uns das sagte, meldete ich mich sofort. Das war die Gelegenheit, eigene Vorstellungen zu verwirklichen. Wie das lief schildert Teil 2 des Berichtes.<\/p>\n<p>Die Gruppe traf sich zun\u00e4chst im Haus der Malteser, sp\u00e4ter zog sie ins renovierte B\u00fcrgerhaus um. Wir waren froh dar\u00fcber und f\u00fchlten uns dort heimisch unter Gleichgesinnten. Hier fanden die Adventsfeiern und der Neujahrsempfang der AWO statt. Auch profitierten wir von den anderen Veranstaltungen des B\u00fcrgerhauses: Fastnachtsfeiern, L\u00e4nderabende, Ausstellungen &#8211; es herrschte ein lebhaftes Treiben um uns herum, an dem auch wir teilnehmen konnten.<\/p>\n<p>Die Verbindungen zur Gesch\u00e4ftsstelle der AWO wurden hingegen schw\u00e4cher. Kein Wunder, denn nicht nur die r\u00e4umliche Entfernung spielte eine Rolle, auch die Ver\u00e4nderungen innerhalb der AWO. Aus dem kleinen, famili\u00e4ren Verein wurde ein gro\u00dfer, professioneller Wohlfahrtsverband mit vielen T\u00e4tigkeitsfeldern und Zweigstellen im Stadtgebiet. Daher konnte auch der Kontakt zu Mitgliedern und Mitarbeitenden nicht mehr so intensiv gepflegt werden wie in fr\u00fcheren Jahren. Damals fand z. B. jedes Jahr eine gr\u00f6\u00dfere Busreise f\u00fcr alle Mitglieder statt. Ich habe sch\u00f6ne Erinnerungen an die Reisen an die Ostsee, Dresden und Th\u00fcringen.<\/p>\n<p>Zeitweise war ich Beisitzerin im Vorstand. Es war interessant, dadurch ein bisschen vom Innenleben der AWO kennen zu lernen. Durch den oben beschriebenen Wandel hatte ich aber das Gef\u00fchl, als Laie keinen vern\u00fcnftigen Beitrag mehr leisten zu k\u00f6nnen und stellte mich nicht wieder zur Wahl. (Anmerkung: Wir empfanden das nicht so. Sie war eine Bereicherung.)<\/p>\n<p>Seit ein paar Jahren betreue ich jetzt im Rahmen des Patenschaftsprogramms ein paar Migranten, was mir viel Freude macht. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen, und mein Horizont hat sich sehr erweitert. Leider sind die Treffen, die Sina Ilchmann organisierte, zurzeit durch Corona nicht m\u00f6glich und mit dem digitalen Ersatz kann ich mich nicht so anfreunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>TEIL 2:<br \/>\nErfahrungsbericht \u00fcber die Seniorengruppe am Aschenberg<\/h4>\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-3.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"399\" data-large_image_height=\"275\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-106828 alignnone\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-3.jpg\" alt=\"\" width=\"399\" height=\"275\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-8.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"392\" data-large_image_height=\"268\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-106823 aligncenter\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-8.jpg\" alt=\"\" width=\"392\" height=\"268\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-5.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"302\" data-large_image_height=\"222\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-106826\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-5.jpg\" alt=\"\" width=\"302\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-5.jpg 302w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-5-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 302px) 100vw, 302px\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-4.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"356\" data-large_image_height=\"254\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-106827\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-4.jpg\" alt=\"\" width=\"356\" height=\"254\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-2.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"384\" data-large_image_height=\"280\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-106829\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-2.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"280\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-7.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"435\" data-large_image_height=\"297\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-106824\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-7.jpg\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"297\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-1.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"426\" data-large_image_height=\"297\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-106830\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-1.jpg\" alt=\"\" width=\"426\" height=\"297\" \/><\/a><\/td>\n<td style=\"width: 25%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-6.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"330\" data-large_image_height=\"236\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-106825\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/ZZ-Hanne-6.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"236\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wir bekamen einen Raum im Malteser Haus mit K\u00fcche nebenan, und mir wurde Adriana Oliveira zur Unterst\u00fctzung gegeben. Adriana arbeitete im Praxisjahr ihres Studiums bei der AWO mit einer M\u00e4dchengruppe zusammen. Diese M\u00e4dchen stammten meist aus den Ostblockl\u00e4ndern wie so viele Menschen auf dem Aschenberg. Sie mussten mit den Eltern hierherkommen, f\u00fchlten sich aber oft nicht ganz wohl hier und beherrschen die Sprache zun\u00e4chst nicht. Viele hatten und machten Schwierigkeiten. Bei Adriana fanden sie Unterst\u00fctzung und sollten an regelm\u00e4\u00dfige Arbeit gew\u00f6hnt werden.<\/p>\n<p>Zu jedem unserer w\u00f6chentlichen Treffs deckten zwei M\u00e4dchen den Tisch, kochten Kaffee und schenkten ein. Beim ersten Treffen standen acht Seniorinnen vier Betreuerinnen gegen\u00fcber! Doch langsam wuchs unsere Gruppe. Eine Einladung in den Briefk\u00e4sten nutzte gar nichts, aber Mundpropaganda bewirkte, dass wir zeitweise \u00fcber zwanzig Mitglieder hatten. Fast alles waren verwitwete Frauen, nur drei M\u00e4nner fanden im Lauf der Jahre zu uns. Die Mehrheit waren Vertriebene aus Polen und Tschechien, eine aus Russland, wenige aus Fulda. Ich habe in der gemeinsamen Zeit viel gelernt, viel gesungen, gelacht, recherchiert und erlebt. Es war eine sch\u00f6ne Zeit.<\/p>\n<p>Adriana verband brasilianisches Temperament mit brasilianischem Familiensinn und Verst\u00e4ndnis f\u00fcrs Alter, die Senioren liebten sie. Wir lernten auch ihre Familienmitglieder kennen. Ihre Tochter Priscilla half in der M\u00e4dchengruppe mit und ihr kleiner Sohn Leonardo war im K\u00f6rbchen auf dem Tisch dabei. Im Lauf der Jahre musste sie sich leider immer mehr zur\u00fcckziehen, da sie gr\u00f6\u00dfere Aufgaben bekam.<\/p>\n<p>Die Beziehung zu den wechselnden M\u00e4dchen war nicht so einfach. Als Bedienung wurden sie akzeptiert, aber sonst eher ignoriert. Als vermehrt Vorurteile gegen Jugendliche auftauchten, lie\u00dfen wir M\u00e4dchen Nachmittage gestalten mit z. B. Thema \u201eMein Tageslauf\u201c oder \u201eMeine Kindheit in Sibirien\u201c. Dabei kam heraus, mit welchen Schwierigkeiten sie zu k\u00e4mpfen hatten und wie sie sie bew\u00e4ltigten. Das Verh\u00e4ltnis besserte sich merklich, und fortan hatten wir immer Kontakt mit allen Altersstufen. Wir bastelten mit Kindern, feierten gemeinsam Erntedank, die Klaviersch\u00fcler von Tatjana Hirsch probten bei uns das Vorspielen und an Fastnacht besuchte uns die Kindertanzgruppe.<\/p>\n<p>Wichtig waren sp\u00e4ter die Beziehungen zu Studenten der Hochschule. Sie kamen, um uns f\u00fcr ihr Studium zu befragen \u00fcber Ern\u00e4hrung, Wohnsituation oder Hilfen im Haushalt. Gudrun und Adriana (eine andere) begleiteten uns im Rahmen ihres Studiums ein ganzes Jahr. Das war ein wechselseitiges Geben und Nehmen: die Studentinnen sammelten Erfahrungen f\u00fcr ihre k\u00fcnftige Berufst\u00e4tigkeit und die Seniorinnen erfuhren, wie so ein Studium aussieht. Die meisten hatten in ihrer Jugend gerade mal acht Jahre Volksschule erlebt. Als der Wunsch in unserem Kreis auftauchte, einmal die Hochschule von innen zu sehen, organisierte Gudrun eine Besichtigung, an deren Ende wir Kaffee in der Mensa mitten unter den Studenten tranken.<\/p>\n<p>Ein weiteres Vorurteil (von einzelnen laut ge\u00e4u\u00dfert, bei anderen sicher latent vorhanden) richtete sich gegen Ausl\u00e4nder. Das ging bis zum demonstrativen Austritt einer Person, wonach die Gruppe allerdings aufatmete. Die Iranerin Ashraf Abedini hatte mir geholfen, nachdem Adriana sich zur\u00fcckgezogen hatte. Das war der Stein des Ansto\u00dfes, aber alle verbliebenen mochten sie gerne.<\/p>\n<p>Vorurteile verloren sich im Lauf der Jahre ganz durch Gespr\u00e4che, Diskussionen und vor allem durch unsere vielseitigen G\u00e4ste. Der \u00dcbersichtlichkeit halber schreibe ich sie in einer Liste stichwortartig auf:<\/p>\n<p>Dr. Kohlhammer Amnesty International<br \/>\nFrau Prof. Kroke Help Age<br \/>\nRenate S\u00fc\u00df Ehrenamtlich in Thailand bei Stra\u00dfenm\u00e4dchen<br \/>\nMargarete Kl\u00e4r Schicksal ihrer Familie in Russland<br \/>\nIrina Taskin und Mann Leben in der Ukraine und Afghansitan<br \/>\nAshraf Abedini Leben im Iran<br \/>\nWiebke Hosemann Studentin\/Urenkelin von Erna Hosemann, erz\u00e4hlte von den Anf\u00e4ngen und Schwierigkeiten der AWO in Fulda<br \/>\nSilvia Hillenbrand Landespolitik, politische Engagement, Frauen in der Politik<br \/>\nEdith Bing Stadtpolitik<br \/>\nHelmut Schaum Pflegeversicherung \u2013 Gesundheitsreform<br \/>\nJ\u00fcrgen Brehl Jugendprojekte der AWO \u2013 Jugendliche im Strafvollzug<br \/>\nJ\u00fcrgen Becker Seniorenberatung der Stadt<br \/>\nIngeborg Gutberlet Fl\u00fcchtlingspolitik<br \/>\nThomas Sitte Palliativarbeit<br \/>\nElfi Makowka Mitglied der Ethikkommission zu Patientenverf\u00fcgungen am Klinikum<br \/>\nInga Herget Telefonseelsorge<br \/>\nWerner Krah Arbeit der AWO<br \/>\nHelmut Schaum Reiseberichte, Bilder und Filme von etlichen L\u00e4ndern<\/p>\n<p>Auch aus unserem kleinen Kreis fanden sich Aktive f\u00fcr das Gestalten interessanter Nachmittage:<\/p>\n<p>Elke Hagner Informative Vortr\u00e4ge mit hinrei\u00dfenden Bildern aus S\u00fcdamerika, Indonesien, Indien, Nepal, Peru und Bolivien<br \/>\nAdriana Oliveira Bericht von Studienfahrten mit der Hochschule<br \/>\nHildegard Kronenberg Erz\u00e4hlungen aus ihrem bewegten Leben, Vorlesen aus ihren eigenen B\u00fcchern (in Edelzell wurde inzwischen eine Stra\u00dfe nach ihr benannt)<br \/>\nFriedel Stachetzki zeitweise die \u00e4lteste Frau Fuldas: Sie hatte unz\u00e4hlige Gedichte im Kopf und konnte sie wunderbar vortragen<\/p>\n<p>Marga Maul hatte ein Buch \u00fcber ihre Kindheit und das b\u00e4uerliche Leben in Hofbieber geschrieben. Ihre Geschichten begleiteten uns durch das Jahr und waren Grundlage f\u00fcr Gespr\u00e4che. Sie weckten auch bei anderen Erinnerungen, und die Geschichten sprudelten nur so aus dem reichen Schatz von langen Leben. \u00dcberhaupt war das Redebed\u00fcrfnis gro\u00df, und es war f\u00fcr mich ein Balanceakt, diesem berechtigten Bed\u00fcrfnis nachzugeben und trotzdem nicht den Faden zu verlieren.<\/p>\n<p>An Fastnacht konnte ich die schauspielerischen und gesanglichen Leistungen von Maria, Rosi, Marga und den anderen bewundern. Es schlummerten so viel Begabungen in dieser Generation, die keine M\u00f6glichkeit zur Entfaltung gehabt hatten. Gerade mal acht Volksschuljahre, sonst nur Arbeit, Krieg, Not und Vertreibung.<\/p>\n<p>Das Singen war sehr beliebt, fr\u00fcher ein selbstverst\u00e4ndlicher Teil des Lebens. Alle freuten sich, wenn Thea Hornung und Elfi Kister mit ihren Gitarren kamen, sp\u00e4ter manchmal auch das Ehepaar Seidel mit Akkordeon. Dann erklangen die beliebten Volkslieder, und immer wieder, wenn eine Melodie zu hoch wurde, sang Herr Seidel aus dem Stegreif eine zweite Stimme dazu.<\/p>\n<p>In den ersten Jahren haben wir oft gebastelt, die Neigung dazu lie\u00df mit den Jahren aber nach. Dagegen nahm das spielerische Ged\u00e4chtnistraining zu. Es musste allerdings Pfiff haben und nicht nach Schule aussehen. Dann bewegte man gerne den K\u00f6rper und die grauen Gehirnzellen. Es wurde meist sehr lustig, kurzfristig aber auch leise und konzentriert.<\/p>\n<p>Ich setzte oft Gespr\u00e4che \u00fcber alle m\u00f6glichen Themen ins Programm. Dabei fiel auf, dass freies, aber geordnetes Reden und Diskutieren in dieser Generation nicht vorkam, im Gegensatz zur jetzigen, wo es schon im Kindergarten ge\u00fcbt wird. Ich selbst habe diesen Wandel nach dem Kriege in der Schule erlebt und zun\u00e4chst als merkw\u00fcrdig empfunden. Auch in unserem Kreis gew\u00f6hnte man sich an effektives Diskutieren, und wir hatten viele interessante Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>H\u00f6hepunkte waren in der sch\u00f6nen Jahreszeit unsere Fahrten in die n\u00e4here und weitere Umgebung. Anfangs fuhren wir meist mit zwei Kleinbussen von der AWO, sp\u00e4ter auch mein einem Bus, erg\u00e4nzt durch Privatautos Das reichte von Besuchen in die Aschenberger Kleing\u00e4rten, ins Umweltzentrum, \u00fcber Ziele in der Rh\u00f6n und im Vogelsberg bis zu einem Tagesausflug in das th\u00fcringische Dermbach. Wurde anfangs immer noch etwas besichtigt, schrumpften die Fahrten zu Kaffeefahrten. Hier merkte man am deutlichsten unser Altern, die Kr\u00e4fte lie\u00dfen nach.<\/p>\n<p>Etliche hatten uns schon verlassen waren gestorben, zu Verwandten gezogen oder in ein Heim gegangen. F\u00fcr neue Mitglieder waren wir zu alt, wir schrumpften. So entschloss ich mich 2017, inzwischen auch schon 83 Jahre alt, aufzuh\u00f6ren. Ein kleines Gr\u00fcppchen hat sich mit Lilo Mistretta hin und wieder noch getroffen, bis der Corona-Lockdown kam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hanne Sader kam 1994 mit ihrem Mann nach Fulda, das sie sich als Alternssitz erkoren hatten. Sie kannten zun\u00e4chst Niemanden, so dass sie die F\u00fchler ausstreckten, um wie sie es&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":27921,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":0,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","footnotes":""},"categories":[136],"tags":[],"class_list":["post-28012","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zeitzeugen","category-136","description-off"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"fa","enabled_languages":["de","en","fr","ru","ar","tr","fa"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"fr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ru":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"ar":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"tr":{"title":false,"content":false,"excerpt":false},"fa":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28012"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28012\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106831,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28012\/revisions\/106831"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}