{"id":144980,"date":"2026-05-04T15:32:14","date_gmt":"2026-05-04T13:32:14","guid":{"rendered":"https:\/\/awo-fulda.de\/?p=144980"},"modified":"2026-05-04T15:35:49","modified_gmt":"2026-05-04T13:35:49","slug":"jobflow-frauen-mit-migrationshintergrund-gestalten-ihre-berufliche-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/awo-fulda.de\/fa\/2026\/05\/04\/jobflow-frauen-mit-migrationshintergrund-gestalten-ihre-berufliche-zukunft\/","title":{"rendered":"Jobflow: Frauen mit Migrationshintergrund gestalten ihre berufliche Zukunft"},"content":{"rendered":"\n<p>Durch das B\u00fcrgerzentrum Ziehers-S\u00fcd wird Integration aktiv gelebt und gestaltet: Mit dem Arbeitsmarktprojekt \u201eJobFlow\u201c unterst\u00fctzt die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Fulda e. V., Frauen mit Migrationshintergrund dabei, ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern und langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fu\u00df zu fassen. Das Projekt wird gef\u00f6rdert durch das F\u00f6rderangebot \u201eIdeA\u201c (Impulse der Arbeitsmarktpolitik). Durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (kurz WIBank) werden die, durch den Europ\u00e4ischen Sozialfond bereitgestellten Gelder, verwaltet und f\u00fcr das Arbeitsmarktprojekt zur Verf\u00fcgung gestellt.\u00a0 Das Projekt verbindet Sprachf\u00f6rderung, digitale Bildung, gesellschaftliche Orientierung und praktische Berufserfahrung \u2013 und schafft damit wichtige Grundlagen f\u00fcr eine selbstbestimmte Zukunft.<\/p>\n<p><strong>Ganzheitliche F\u00f6rderung f\u00fcr den Einstieg in den Arbeitsmarkt<\/strong><\/p>\n<p>Viele der teilnehmenden Frauen stehen beim Einstieg in das Berufsleben vor besonderen Herausforderungen: Sprachbarrieren, fehlende Berufserfahrung in Deutschland oder famili\u00e4re Verpflichtungen erschweren den Zugang zum Arbeitsmarkt. Genau hier setzt \u201eJobFlow\u201c an. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der regelm\u00e4\u00dfige Deutschunterricht, der sich stark am Alltag der Teilnehmerinnen orientiert. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit der deutschen Sprache zu gewinnen \u2013 sei es im beruflichen Kontext, bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen oder im Austausch mit Schulen und Betreuungseinrichtungen. Erg\u00e4nzend dazu erwerben die Frauen im EDV-Unterricht grundlegende digitale Kompetenzen, die heute in nahezu allen Berufsfeldern erforderlich sind. In dem regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Gruppenunterricht werden wichtige gesellschaftliche Themen behandelt. Dazu z\u00e4hlen z.B. das deutsche Gesundheitssystem, Angebote der Verbraucherzentrale, Schuldenpr\u00e4vention, Mediennutzung oder auch der Kontakt zu \u00f6ffentlichen Institutionen wie der Polizei. Diese Inhalte helfen den Teilnehmerinnen, sich im Alltag besser zurechtzufinden und informierte Entscheidungen f\u00fcr sich und ihre Familien zu treffen.<\/p>\n<p><strong>Individuelle Begleitung und pers\u00f6nliche Perspektiven<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der individuellen Unterst\u00fctzung. In Einzelcoachings werden pers\u00f6nliche Lebenssituationen, m\u00f6gliche Vermittlungshemmnisse und berufliche Ziele gemeinsam besprochen. Die Teilnehmerinnen erhalten Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, werden gezielt auf Vorstellungsgespr\u00e4che vorbereitet und aktiv bei der Jobsuche begleitet. Diese pers\u00f6nliche Betreuung erm\u00f6glicht es, auf individuelle Bed\u00fcrfnisse einzugehen \u2013 sei es bei der Organisation von Kinderbetreuung, der Kl\u00e4rung b\u00fcrokratischer Fragen oder der Entwicklung realistischer beruflicher Perspektiven. Positiv hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kreisjobcenter. Durch den regelm\u00e4\u00dfigen und unkomplizierten Austausch mit den Fallmanagern der Teilnehmenden k\u00f6nnen die Frauen ganzheitlich unterst\u00fctzt und Ver\u00e4nderungen zeitnah umgesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Praxisnah: Das Gastronomie-Praktikum als Schl\u00fcssel zum Erfolg<\/strong><\/p>\n<p>Ein herausragendes Element von \u201eJobFlow\u201c ist das integrierte Praktikum im Bereich Gastronomie, das direkt im B\u00fcrgerzentrum Ziehers-S\u00fcd stattfindet. Hier erhalten die Teilnehmerinnen die M\u00f6glichkeit, erste praktische Erfahrungen in einem gesch\u00fctzten Rahmen zu sammeln und den Arbeitsalltag in Deutschland kennenzulernen. In der Projektlaufzeit (2024-2025) haben 21 Frauen das Praxismodul im Bereich Gastronomie absolviert. Die niedrigschwellige Ausgestaltung des Praktikums erleichtert den Einstieg: Ohne gro\u00dfen Druck k\u00f6nnen die Frauen ihre F\u00e4higkeiten ausprobieren, neue Kompetenzen entwickeln und herausfinden, welche T\u00e4tigkeiten ihnen liegen. Gleichzeitig werden wichtige Schl\u00fcsselqualifikationen wie Teamarbeit, Zuverl\u00e4ssigkeit und Zeitmanagement gest\u00e4rkt. Viele Teilnehmerinnen berichten, dass sie durch das Praktikum deutlich an Selbstvertrauen gewinnen. Die gesammelten praktischen Erfahrungen wirken sich oft positiv auf die Motivation aus und erh\u00f6hen die Bereitschaft der Frauen, eine Besch\u00e4ftigung aufzunehmen. Dr\u00fcber hinaus haben 14 Frauen ein externes Praktikum in den Bereichen Kinderbetreuung, Altenpflege, Reinigung, Finanzabteilung, Verkauf und Floristik absolviert.<\/p>\n<p><strong>Gleichstellung f\u00f6rdern und Selbstwirksamkeit st\u00e4rken<\/strong><\/p>\n<p>Ein zentrales Anliegen von \u201eJobFlow\u201c ist die F\u00f6rderung der Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern. Viele Teilnehmerinnen kommen aus Lebenskontexten, in denen traditionelle Rollenbilder vorherrschen oder berufliche Perspektiven f\u00fcr Frauen nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich sind. Das Projekt setzt genau hier an und st\u00e4rkt gezielt die Selbstbestimmung und Eigenst\u00e4ndigkeit der Frauen. Durch die enge Zusammenarbeit mit lokalen Beratungsstellen \u2013 etwa dem Beratungsb\u00fcro f\u00fcr Alleinerziehende oder der Familienlotsin \u2013 k\u00f6nnen individuelle Problemlagen fr\u00fchzeitig erkannt und gemeinsam L\u00f6sungen entwickelt werden. Im Unterricht werden au\u00dferdem Themen wie z.B. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Rechte am Arbeitsplatz oder pers\u00f6nliche Lebensplanung aktiv aufgegriffen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das sogenannte Empowerment: Die Frauen werden ermutigt, ihre eigenen F\u00e4higkeiten zu erkennen, Entscheidungen selbstbewusst zu treffen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Dies zeigt sich auch in konkreten Projekten \u2013 beispielsweise bei der eigenst\u00e4ndigen Organisation und Durchf\u00fchrung eines Essensangebots im Rahmen des j\u00e4hrlich stattfindenden Stadtteilfestes.<\/p>\n<p><strong>Nichtdiskriminierung als gelebtes Prinzip<\/strong><\/p>\n<p>Ein diskriminierungsfreier Zugang ist grundlegender Bestandteil des Projekts. \u201eJobFlow\u201c steht allen teilnehmenden Frauen mit Migrationshintergrund unabh\u00e4ngig von Herkunft, Religion, Alter oder pers\u00f6nlicher Lebenssituation offen. Die Werte der Arbeiterwohlfahrt \u2013 insbesondere Gleichheit, Gerechtigkeit und Toleranz \u2013 bilden dabei die Grundlage der t\u00e4glichen Arbeit. Feste Ansprechpersonen im Projekt sorgen daf\u00fcr, dass die Teilnehmerinnen jederzeit Unterst\u00fctzung finden und m\u00f6gliche Diskriminierungserfahrungen offen angesprochen werden k\u00f6nnen. Ein besonderer Aspekt ist, dass die Zuweisung der Teilnehmerinnen \u00fcber das Jobcenter erfolgt, ohne dass im Vorfeld detaillierte Informationen zu pers\u00f6nlichen Merkmalen wie Religion oder Alter im Projektteam bekannt sind. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Frauen unvoreingenommen aufgenommen werden und gleiche Chancen erhalten. Das Projekt f\u00f6rdert zudem aktiv das Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander: Unterschiedliche kulturelle Hintergr\u00fcnde werden nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung wahrgenommen. Der Austausch innerhalb der Gruppe st\u00e4rkt das Gemeinschaftsgef\u00fchl und tr\u00e4gt zu einem respektvollen Miteinander bei.<\/p>\n<p><strong>Nachhaltigkeit im Alltag verankern<\/strong><\/p>\n<p>Auch das Thema nachhaltige Entwicklung spielt im Projekt eine wichtige Rolle. Ziel ist es, Umweltbewusstsein alltagsnah zu vermitteln und langfristig im Denken und Handeln der Teilnehmerinnen zu verankern. Hierzu werden regelm\u00e4\u00dfig externe Fachkr\u00e4fte \u2013 wie beispielsweise der Umweltranger der Stadt Fulda \u2013 in den Unterricht eingebunden. Gemeinsam werden Themen wie M\u00fclltrennung, Recycling, Upcycling oder ein bewusster Umgang mit Ressourcen behandelt. Auch nachhaltige Ern\u00e4hrung und Energiesparen sind feste Bestandteile der Lerninhalte. Besonders praxisnah wird Nachhaltigkeit im Rahmen des K\u00fcchenpraktikums vermittelt: Hier lernen die Teilnehmerinnen, wie Lebensmittel ressourcenschonend verarbeitet werden k\u00f6nnen, wie Abf\u00e4lle vermieden werden und welche Bedeutung regionale und saisonale Produkte haben.<\/p>\n<p>Die im Projekt vermittelten Inhalte wirken dabei weit \u00fcber die Teilnehmerinnen hinaus: Viele Frauen tragen ihr neu erworbenes Wissen in ihre Familien weiter und sensibilisieren so auch ihre Kinder f\u00fcr einen nachhaltigen Lebensstil. Dadurch entfaltet das Projekt im besten Fall eine langfristige Wirkung im sozialen Umfeld.<\/p>\n<p><strong>Ein Projekt mit Wirkung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eJobFlow\u201c zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreiche Arbeitsmarktintegration gelingen kann: durch eine Kombination aus Qualifizierung, pers\u00f6nlicher Begleitung und praktischer Erfahrung. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu gesellschaftlichen Themen wie Gleichstellung, Chancengerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung. In der Projektlaufzeit haben insgesamt 58 Frauen an dem Projekt teilgenommen, 16 haben durch die Ma\u00dfnahme einen Arbeitsvertrag unterschrieben und eine Teilnehmerin hat eine Ausbildung angefangen.<\/p>\n<p>Neben den Zahlen unterstreichen die positiven R\u00fcckmeldungen der Teilnehmerinnen, sowie die erreichten Vermittlungserfolge den Erfolg des Ansatzes. Teilnehmerinnen von Jobflow gaben uns folgende R\u00fcckmeldungen.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Zukunft bleibt das Ziel der Arbeiterwohlfahrt in Fulda, Frauen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Berufsleben zu begleiten und ihnen die notwendigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch das B\u00fcrgerzentrum Ziehers-S\u00fcd wird Integration aktiv gelebt und gestaltet: Mit dem Arbeitsmarktprojekt \u201eJobFlow\u201c unterst\u00fctzt die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Fulda e. 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