{"id":28682,"date":"2021-05-05T10:45:36","date_gmt":"2021-05-05T08:45:36","guid":{"rendered":"https:\/\/awo-fulda.de\/?p=28682"},"modified":"2022-04-07T18:29:40","modified_gmt":"2022-04-07T16:29:40","slug":"michael-bolz-wie-die-awo-meine-biografie-praegte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/awo-fulda.de\/en\/2021\/05\/05\/michael-bolz-wie-die-awo-meine-biografie-praegte\/","title":{"rendered":"Michael Bolz: Wie die AWO meine Biografie pr\u00e4gte"},"content":{"rendered":"\r\n<table style=\"border-collapse: collapse; width: 100%;\">\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td style=\"width: 26.302%;\"><a class=\"dt-pswp-item\" href=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bolz-Michael-2.jpg\" data-dt-img-description=\"\" data-large_image_width=\"1075\" data-large_image_height=\"1319\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-28683\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bolz-Michael-2.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bolz-Michael-2.jpg 1075w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bolz-Michael-2-391x480.jpg 391w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bolz-Michael-2-522x640.jpg 522w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bolz-Michael-2-768x942.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a><\/td>\r\n<td style=\"width: 1.38018%;\">\u00a0<\/td>\r\n<td style=\"width: 72.3177%;\">\r\n<h3>Michael Bolz ist Zeitzeuge f\u00fcr die Jahre 1986 &#8211; 1992.<\/h3>\r\n<h3>Er war in der Beratungsstelle und Fahrradwerkstatt f\u00fcr jugendliche Arbeitslose.<\/h3>\r\n<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<p>Ich war selbst noch ein junger Erwachsener, als ich durch einen Freund 1988 zur Beratungsstelle f\u00fcr jugendliche Arbeitslose der AWO kam. In den 80igern war das Angebot f\u00fcr Jugendliche, insbesondere f\u00fcr arbeitslose junge Menschen oder Randgruppen (damals Fuldaer Punkszene), recht \u00fcberschaubar. Die AWO bot den jungen Menschen einen Platz, an dem sie sich treffen konnten, wo gemeinsam gekocht und geplaudert wurde. Der Gruppenraum und die K\u00fcche wurden quasi t\u00e4glich genutzt.<\/p>\r\n<p>Die Angebotsstruktur der AWO war f\u00fcr die damalige Zeit gut aufgestellt und bot jungen Menschen aus Fulda eine M\u00f6glichkeit, sich einzubringen und mitzumachen. Zu den Angeboten und Aktivit\u00e4ten der Beratungsstelle geh\u00f6rten unter anderem ein Arbeitslosenfr\u00fchst\u00fcck, geschlechterspezifische Arbeits- und Beratungsangebote und Arbeitsgruppen. Die Angebote hatten stets eine hohe Frequentierung von jungen Menschen. Allein beim regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitslosenfr\u00fchst\u00fcck kamen bis zu 30 Personen aus der Punker- und Obdachlosenszene zusammen. Das Fr\u00fchst\u00fcck diente zum Austausch und zur Absprache von Aktivit\u00e4ten und geplanten Aktionen.<\/p>\r\n<p>Den jungen Menschen wurde vieles Geboten, die Aktivit\u00e4ten reichten von Konzertbesuchen, Wochenendfreizeiten bis hin zu Jugendbegegnungen im Ausland. H\u00f6hepunkte waren sicher die Jugendbegegnungen mit Punks aus Manchester in England, sowie die Hilfstransporte und Renovierung eines Kinderheimes in Rum\u00e4nien.<\/p>\r\n<p>Die Fahrradwerkstatt, damals noch in der Nikolausstra\u00dfe in Fulda, war ein weiteres attraktives Angebot der Arbeiterwohlfahrt f\u00fcr junge Menschen. Ich selbst war dort lange t\u00e4tig. Durch meine Ausbildung als Schlosser konnte ich meine Fertigkeiten einbringen und andere Jugendliche anleiten. Man konnte sein Fahrrad oder Moped reparieren und sich ein paar D-Mark als Tagelohn verdienen. F\u00fcr straff\u00e4llige Jugendliche bestand dar\u00fcber hinaus die M\u00f6glichkeit, die vom Jugendgericht verordneten Arbeitsstunden zu absolvieren. Nicht selten brachte der damalige Jugendrichter Hartmann sein Fahrrad zur Reparatur, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.<\/p>\r\n<p>Die Fahrradwerkstatt diente zudem als Lager und Ausgangpunkt f\u00fcr Wohnungsrenovierungen, die vom Landkreis Fulda in Auftrag gegeben und von den jungen Leuten ausgef\u00fchrt wurden. Im ersten Stock, \u00fcber der Fahrradwerkstatt, wurde zeitweise von Jugendlichen der Punkerszene ein \u201eCaf\u00e9\u201c in Eigenregie betrieben.<\/p>\r\n<p>Im Jahr 1992 wurde die F\u00f6rderung der Beratungsstelle durch das Bundesministerium f\u00fcr Familie und Senioren eingestellt, worauf die Beratungsstelle schlie\u00dfen musste. Das w\u00f6chentliche Arbeitslosenfr\u00fchst\u00fcck wurde auf meine Initiative hin in den Jugendtreff der Stadt Fulda, damals an der Ochsenwiese, verlegt. Da es keine Anlaufstelle mehr f\u00fcr die Zielgruppe gab, au\u00dfer das Arbeitslosenfr\u00fchst\u00fcck, wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Fulda und dem Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt das Projekt \u201eTagestreff f\u00fcr Jugendliche Randgruppen\u201c in der Langebr\u00fcckenstra\u00dfe 14 ins Leben gerufen.\u00a0<\/p>\r\n<p>Federf\u00fchrend von Frau Professorin Irmhild Poulsen und mir wurde der Tagestreff f\u00fcr \u201eJugendliche Randgruppen\u201c und die Fahrradwerkstatt in der Langebr\u00fcckenstra\u00dfe installiert. Hieraus entstanden in den Folgejahren das heutige L14 und erneut eine Fahrradwerkstatt. Leider wurden die Geb\u00e4ude im Jahr 2020 abgerissen. Die Rum\u00e4nienhilfe ist bis heute durchgehend aktiv und wird mittlerweile vom Verein YouRoPa organisiert. \u00a0<\/p>\r\n<p>Meine Zeit bei der Arbeiterwohlfahrt hat mich dazu veranlasst, nach der Schlie\u00dfung der Beratungsstelle und Fahrradwerkstatt selbst einen sozialen Beruf zu ergreifen und an der Fachhochschule Fulda Sozialp\u00e4dagogik zu studieren. Die Arbeiterwohlfahrt hat meine Biografie stark gepr\u00e4gt. Ich bin noch heute im Sozialwesen als selbstst\u00e4ndiger Berufsbetreuer t\u00e4tig.<\/p>\r\n<p>Ich freue mich dar\u00fcber, dass viele der damaligen Projekte nachhaltig bis in die heutige Zeit andauern und sich immer weiterentwickeln, damit benachteiligte Gruppen und junge Menschen unterst\u00fctzt und begleitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Bolz ist Zeitzeuge f\u00fcr die Jahre 1986 &#8211; 1992. 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