Die Arbeiterwohlfahrt wurde 1919 – im Elend nach dem 1. Weltkrieg – von Marie Juchacz gegründet. Sie war sozialpolitisch aktiv und hielt nach Einführung des Frauenwahlrechts als erste Parlamentarierin eine Rede vor der Weimarer Nationalversammlung.

Von Beginn an stand die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Hilfe unter Gleichen anstatt Almosen von Reichen für Arme. Schon vor der Nazizeit organisierten sich Hunderttausende in der AWO. Sie war geprägt von Nähstuben, Suppenküchen, Wanderkreisen und Bildungszirkeln.

Nach der Nazi- und Kriegszeit, in der die Arbeiterwohlfahrt zerschlagen und ihre Verantwortlichen vefolgt wurden, entwickelte sich die AWO zu einem modernen Wohlfahrtsverband, der professionelle Einrichtungen und Dienste für Kinder, Senioren, Behinderte, Ratsuchende und Migranten anbietet.

Heute hat sie fast 400.000 Mitglieder und gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland.

In unserer Region wurden die Ideen der AWO von Erna Hosemann 1946 durch Gründung des AWO Kreisverbands Fulda e.V. umgesetzt. Auf Erna Hosemanns Initiative entstand das später nach ihr benannte Seniorenzentrum in Ziehers-Nord. Heute ist die AWO in Fulda Träger einer Vielzahl von Sozialen Diensten rund um die Themen Soziale Beratung, Familienbildung, Migrationsarbeit und Integration in den Arbeitsmarkt. Darüber hinaus werden vom AWO Bezirksverband Hessen-Nord mehrere Altenzentren und eine Altenpflegeschule betrieben.