{"id":115398,"date":"2022-09-29T15:03:17","date_gmt":"2022-09-29T13:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/awo-fulda.de\/?p=115398"},"modified":"2022-09-29T15:03:20","modified_gmt":"2022-09-29T13:03:20","slug":"lisa-mistretta-ist-beisitzern-im-awo-vorstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/awo-fulda.de\/ar\/2022\/09\/29\/lisa-mistretta-ist-beisitzern-im-awo-vorstand\/","title":{"rendered":"Lisa Mistretta ist Beisitzern im AWO-Vorstand"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2207\" height=\"1242\" src=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-115785\" srcset=\"https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa.jpg 2207w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa-480x270.jpg 480w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa-640x360.jpg 640w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa-768x432.jpg 768w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/awo-fulda.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Header_Lisa-2048x1153.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2207px) 100vw, 2207px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eViele Menschen wenden sich mit ihren Problemen an mich\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Wer auf dem Fuldaer Aschenberg lebt, kennt sie: Lisa Mistretta ist im gr\u00f6\u00dften Fuldaer Stadtteil gro\u00dfgeworden. Das negative Image, das dem Aschenberg anhaftet, versucht sie zu ver\u00e4ndern und setzt sich gleichzeitig f\u00fcr die Bewohner:innen ein, indem sie f\u00fcr einen eigenen Fu\u00dfballplatz und bezahlbare Mieten k\u00e4mpft. Im Interview verr\u00e4t sie, warum sie sich ehrenamtlich engagiert, welche Rolle die AWO f\u00fcr ihr Engagement spielt und wie sich der Aschenberg bis heute ver\u00e4ndert hat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:15px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Du bist Beisitzerin im Vorstand der AWO, engagierst dich ehrenamtlich am Aschenberg und trittst auch politisch f\u00fcr die Interessen des Stadtteils ein. Woher kommt deine Motivation f\u00fcr so viel Ehrenamt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich f\u00fcr etwas interessiert, m\u00f6chte man daran mitwirken. Man will das, wof\u00fcr man einsteht, verbessern. Und die Leute machen einen neugierig. Sie kommen vielleicht mit einem Antrag, den sie nicht verstehen. Dann fuchse ich mich da rein und versuche zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieso hast du dich als Beisitzerin w\u00e4hlen lassen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weil ich die Hintergr\u00fcnde des Verbands kennenlernen wollte. Als Ehrenamtliche hat man das nicht im Blick und versteht vieles vielleicht auch nicht. Viele fragen sich, wieso wir diesen oder jenen Kurs vielleicht nicht machen k\u00f6nnen. Wenn man das dann mit organisatorischen, finanziellen, versicherungstechnischen Schwierigkeiten begr\u00fcndet, verstehen das die Leute oft nicht. Das hat mich neugierig gemacht. Und nat\u00fcrlich war es mir wichtig, dass ich meine Stimme geben kann f\u00fcr etwas, das ich gut finde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind deine Aufgaben als Beisitzerin im Vorstand der AWO?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir treffen Beschl\u00fcsse, wir planen Veranstaltungen, wir schauen, dass bei der AWO alles reibungslos l\u00e4uft, dass alles seine Ordnung hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also die ganze Organisation im Hintergrund.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum Lisa Mistretta AWO-Mitglied wurde<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Wie kam es, dass du dich f\u00fcr die Mitgliedschaft in der AWO entschieden hast und nicht etwa bei anderen sozialen Verb\u00e4nden wie der Caritas oder der Diakonie eingetreten bist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Meine Mama hat bei der AWO im Altenheim gearbeitet. So hatte ich quasi von klein auf mit der AWO zu tun. Durch das Programm \u201eSoziale Stadt\u201c lernte ich neben der Altenpflege andere Seiten der AWO kennen. Ich habe mich dann dar\u00fcber informiert, was die AWO \u00fcberhaupt macht. Das hat mich neugierig gemacht und mich als Mitglied eingefangen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie konkret unterst\u00fctzt du die Menschen heute ehrenamtlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das kommt auf den Fall an. Ich wohne hier auf dem Aschenberg. Viele Menschen kennen mich und sprechen mich auf der Stra\u00dfe an. Es geht oft um Probleme mit der Wohnung, Geld oder den Kindern. Entweder kann ich dann selbst helfen, oder ich vermittle sie zur Sozial- oder Rechtsberatung der AWO.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie fing das bei dir mit dem Ehrenamt an?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten hier oben auf dem Aschenberg vor einigen Jahrzehnten die Amerikaner stationiert. Als sie abzogen, kamen die ersten polnischen Menschen, um hier zu wohnen. Neben mir ist auch eine Familie eingezogen, die noch kein Deutsch konnte. Das war vor etwa 25 Jahren. Die haben sich auf polnisch \u00fcber ihre Probleme unterhalten. Da ich mazedonisch \u2013 auch eine slawische Sprache \u2013 spreche, habe ich einen Teil der Unterhaltung verstehen k\u00f6nnen. Die Frau hatte offenbar Probleme mit dem Sozialamt. Daraufhin habe ich auf Deutsch nachgefragt. Wir haben uns irgendwie verst\u00e4ndigt. Anschlie\u00dfend bin ich mit ihnen zum Amt gegangen und habe dabei geholfen, ihr Problem zu kl\u00e4ren. Das hat sich rumgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie schwierig ist die Sprachbarriere im Ehrenamt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer mit den Menschen zu tun hat, mit ihnen zusammen arbeitet, f\u00fcr den ist das weniger schwer. Aber Leute, die das erste Mal eine Beratungsstelle aufsuchen, haben wegen der fehlenden Sprachkenntnisse oft Probleme, sich zu \u00f6ffnen. Sie haben Angst, nicht verstanden zu werden, sch\u00e4men sich daf\u00fcr, dass sie die Sprache nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welchen Tipp w\u00fcrdest du Menschen aus anderen L\u00e4ndern geben, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie sollten ihre Nachbarn kennenlernen, versuchen mit ihnen zu kommunizieren, sich trauen, auf sie zuzugehen, um Hilfe zu bitten. Wenn sie mal Ablehnung erfahren, sollten sie sich nicht entmutigen lassen. Sie sollten sich ihr Umfeld anschauen, schauen, was es hier gibt, und wer Ansprechpartner sind, die bei Problemen helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welchen Einfluss haben deine Wurzeln auf dein Ehrenamt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Verst\u00e4ndnis, die Toleranz, insbesondere f\u00fcr Eingewanderte, und der Respekt voreinander pr\u00e4gen mich. Meine Eltern kommen aus verschiedenen L\u00e4ndern und damit verschiedenen Kulturen. Meine Mutter stammt aus Mazedonien, mein Vater aus Sizilien. Ich bin hier geboren und gro\u00df geworden, habe daher von kleinauf ganz unterschiedliche Kulturen kennengelernt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie sich der Aschenberg in den letzten Jahrzehnten ver\u00e4ndert hat<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Hast du den Eindruck, dass sich die Gesellschaft hinsichtlich mehr Toleranz gewandelt hat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn, dann nur sehr schleichend. Es ist nicht nur die gezeigte Toleranz, sondern auch die gelebte. Das ist noch nicht ganz da, wo es sein sollte. Aber sie ist im Kommen. Die Gesellschaft \u00f6ffnet sich langsam. Und das finde ich gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hast du im Alltag Stigmatisierung aufgrund deiner Wurzeln erfahren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht mal hier und da in meiner Jugend, aber eher aufgrund meines Wohnortes. Es war der Aschenberg, der die Leute aufhorchen lie\u00df. \u201eWie du wohnst da oben?\u201c \u201eJa ich wohne am Aschenberg.\u201c Da wurde man schon sofort abgestempelt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hat sich das ge\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein. Viele Menschen haben immer noch Angst vorm Aschenberg, obwohl wir viel tun, immer wieder einladen und Dinge zeigen. Viele haben keine Erfahrung mit dem sch\u00f6nen Aschenberg und sind festgefahren in ihrem Denken. Wenn sie aber mal hier oben sind und sehen, dass sich ihre Vorurteile nicht best\u00e4tigen, \u00e4ndern sie auch ihre Meinung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hat sich der Aschenberg in den vergangenen Jahrzehnten ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen des Programms \u201eSoziale Stadt\u201c habe ich bei den Projekten mitgemacht. Denn ich m\u00f6chte meinen Stadtteil versch\u00f6nern und verbessern. Wir haben ein B\u00fcrgerhaus gefordert. Wir, das waren die damalige B\u00fcrgerinitiative und Studierende der Hochschule Fulda. Spielpl\u00e4tze beim Bolzplatz und zwischen den H\u00e4usern, die Mieterg\u00e4rten. Das waren Dinge, die damals gemacht worden sind. Es ist eine ganze Menge, was wir erreicht haben, aber es ist noch nicht so, dass man sagen kann, jetzt ist alles da und wir k\u00f6nnen die F\u00fc\u00dfe hochlegen. Die Stadt muss weiterhin hier oben wirken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was fehlt noch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Thema ist der Sportplatz. Den fordern wir schon seit 15 Jahren. Aber da kommt nichts. Unser Sportverein muss seine Heimspiele irgendwo in Haimbach bestreiten. Das Heimatgef\u00fchl ist da nicht gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr den Sportplatz engagierst du dich auch politisch. War es schwer f\u00fcr dich, in die Kommunalpolitik hineinzufinden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja. Das ganz klar. Ich bin nicht die geborene Politikerin. Es ging auch nicht nur um den Sportplatz, sondern auch um die Wohnungen hier oben, die st\u00e4ndig teurer werden. Einige Mieter klagten \u00fcber Nebenkostennachzahlungen von mehr als 1000 Euro nach einem Eigent\u00fcmerwechsel. Ich fragte mich, wie das sein kann. Damit habe ich mich besch\u00e4ftigt. Bei solchen Problemen musst du den Weg \u00fcber die Politik gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie hoch ist der Mietenanstieg?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine 1,5-Zimmer-Wohnung hat bei der vorherigen Wohnungsbaugesellschaft bis 350 Euro warm gekostet. Dann wurde das Haus verkauft, die Mieten sind gestiegen. Die gleiche Wohnung heute kostet 450 Euro. Teilweise kosten Drei-Zimmer-Wohnungen \u00fcber 1000 Euro. Sobald die Mietpreisbindung der Wohnungen in weiteren H\u00e4usern f\u00e4llt, ist das Risiko hoch, dass dort die Mieten \u00e4hnlich stark angehoben werden. Jetzt denke ich an Geringverdiener, die so eine Miete stemmen m\u00fcssen. Wo soll das hinf\u00fchren? Zur Wohnungslosigkeit? Das war alles vor dem Ukraine-Krieg. Die Situation ist jetzt noch schlechter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was k\u00f6nnte die Stadt da tun?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mietpreisbindung muss weiterlaufen. Und wir brauchen eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft in st\u00e4dtischer Hand.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Interview: Toni Spangenberg<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eViele Menschen wenden sich mit ihren Problemen an mich\u201c Wer auf dem Fuldaer Aschenberg lebt, kennt sie: Lisa Mistretta ist im gr\u00f6\u00dften Fuldaer Stadtteil gro\u00dfgeworden. 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